Die Europäische Union hat ihre Investitionen in die 6G-Forschung über das Smart Networks and Services (SNS) Joint Undertaking verstärkt. Insgesamt stellt die EU mindestens 1,8 Milliarden Euro für den Zeitraum 2021-2027 bereit, davon 900 Millionen Euro EU-Beitrag ergänzt durch private Kofinanzierung. Ein erheblicher Anteil fließt direkt in 6G-bezogene Forschung.
Was ist das SNS Joint Undertaking?
Das SNS JU ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Europäischen Kommission und der europäischen Telekommunikations- und Technologieindustrie. Das Ziel ist sicherzustellen, dass Europa eine führende Position bei der Entwicklung von 6G behält — einer Technologie, die als entscheidend für die europäische digitale Souveränität angesehen wird.
Die Finanzierung wird eingesetzt für:
- Grundlagenforschung zu 6G-Technologien wie Terahertz-Kommunikation, KI-native Netze und Reconfigurable Intelligent Surfaces
- Entwicklung von Testumgebungen und Versuchsaufbauten
- Standardisierungsbemühungen innerhalb von 3GPP
- Ausbildung von Forschern und Ingenieuren in Netzwerktechnologien der nächsten Generation
Deutschlands Rolle
Deutschland spielt eine zentrale Rolle im europäischen 6G-Programm. Die Bundesregierung hat über das BMBF-Förderprogramm „6G-Forschung und -Innovation” erhebliche Mittel bereitgestellt, die direkt an die EU-Bemühungen anknüpfen. Das Fraunhofer HHI, die TU Dresden und die RWTH Aachen nehmen an mehreren SNS-Projekten teil.
Darüber hinaus sind deutsche Unternehmen wie Infineon, die Deutsche Telekom und Rohde & Schwarz an europäischen Forschungsprojekten in den Bereichen Halbleiter, Netzwerkarchitektur und Spektrummanagement beteiligt. Deutschland bringt als größte Volkswirtschaft der EU erhebliches Gewicht in die Forschungskoordination ein.
Globaler Kontext
Die europäische Investition ist Teil einer weltweiten 6G-Investitionswelle. Südkorea hat 1,8 Milliarden Euro reserviert, China investiert schätzungsweise mehr als 5 Milliarden Euro, und die USA investieren über den CHIPS Act und NSF-Forschungsprogramme. Japan konzentriert sich auf eine Demonstration während der Expo 2025 in Osaka.
Der Wettbewerb um die 6G-Führungsposition wird immer intensiver, was auch Chancen für Anleger bietet. Mehr dazu auf unserer Seite über 6G-Aktien.
Was dies bedeutet
Die massiven öffentlichen Investitionen in 6G unterstreichen, dass Regierungen weltweit 6G als strategische Priorität betrachten. Für Verbraucher bedeutet dies, dass der 6G-Zeitplan in Richtung 2030 immer realistischer wird. Die technologischen Grundsteine werden jetzt gelegt für ein Netz, das unseren Alltag grundlegend verändern wird.