6G Unternehmen: Wer baut das Netz der Zukunft?

Die Entwicklung von 6G ist eine weltweite Anstrengung, an der Hunderte von Unternehmen, Universitäten und Regierungen beteiligt sind. Von etablierten Telekommunikationsunternehmen bis hin zu innovativen Startups — der Wettlauf zum Mobilfunknetz der sechsten Generation ist in vollem Gange. Auf dieser Seite geben wir einen Überblick über die wichtigsten Akteure.

Netzwerkausrüster

Die großen Hersteller von Netzwerkinfrastruktur stehen an der Basis der 6G-Entwicklung. Sie bauen die Basisstationen, Antennen und Kernnetze, die 6G ermöglichen.

Nokia (Finnland)

Nokia investiert über Nokia Bell Labs bereits seit 2019 intensiv in 6G-Forschung. Das Unternehmen leitet mehrere EU-finanzierte 6G-Projekte, darunter Hexa-X und Hexa-X-II, die Flaggschiffprojekte des europäischen 6G-Forschungsprogramms. Nokia konzentriert sich auf KI-native Netzwerkarchitektur, Sub-Terahertz-Kommunikation und Digital-Twin-Netzwerke. Mit Tausenden von Forschern (genaue Zahl nicht öffentlich verifiziert) in den Bell Labs gehört Nokia zu den größten Investoren in 6G-Forschung und Entwicklung weltweit.

Ericsson (Schweden)

Ericsson betreibt über Ericsson Research in Stockholm und im Silicon Valley umfangreiche Forschung an 6G-Technologien. Das Unternehmen konzentriert sich auf Netzwerk-KI, energieeffiziente Kommunikation und Terahertz-Technologie. Ericsson ist Partner im europäischen SNS-Programm (Smart Networks and Services) und hat bereits mehrere 6G-bezogene Patente angemeldet. Das Unternehmen erwartet, dass 6G ein "kognitives Netzwerk" wird, das sich über KI selbst optimiert.

Samsung (Südkorea)

Samsung ist einer der ambitioniertesten Akteure im 6G-Wettbewerb. Das Samsung Research 6G-Team veröffentlichte bereits 2020 eine umfassende 6G-Vision. 2021 gelang es Samsung, Daten über Terahertz-Frequenzen über eine Entfernung von mehr als 15 Metern zu übertragen — ein wichtiger Beweis, dass Terahertz-Kommunikation machbar ist. Südkorea will eines der ersten Länder mit kommerziellem 6G sein, und Samsung spielt dabei die Hauptrolle.

Huawei (China)

Huawei verfügt über ein großes 6G-Forschungsteam und publiziert aktiv über 6G-Technologien. Das Unternehmen konzentriert sich auf KI-integrierte Netzwerke, holografische Kommunikation und intelligente Oberflächen (RIS). Trotz geopolitischer Spannungen und Handelsbeschränkungen in einigen westlichen Märkten bleibt Huawei einer der größten Beiträger zur 6G-Standardisierung innerhalb von 3GPP.

Chiphersteller und Halbleiter

Ohne die richtigen Chips kein 6G. Die Halbleiterindustrie arbeitet an den Prozessoren, Modems und HF-Komponenten, die das Netz der Zukunft antreiben.

Qualcomm (USA)

Qualcomm ist der größte Hersteller mobiler Modemchips und investiert stark in 6G-Forschung. Das Unternehmen arbeitet an KI-optimierten Modems, Sub-Terahertz-Chipsets und Energy-Harvesting-Technologie. Als Hersteller der Snapdragon-Chips, die in der Mehrheit aller Android-Telefone verbaut sind, wird Qualcomm eine entscheidende Rolle dabei spielen, 6G für Verbraucher zugänglich zu machen. Siehe auch unsere Seite über 6G-Aktien.

Intel und MediaTek

Intel investiert in 6G über Forschungskooperationen mit Universitäten und die Teilnahme am Next G Alliance in den USA. MediaTek, der zweitgrößte Modemchip-Hersteller, führt 6G-Forschungsprogramme in Taiwan und Finnland durch.

ASML (Niederlande)

Obwohl ASML keine 6G-Chips entwirft, ist das Unternehmen indirekt unverzichtbar: Die EUV-Lithographiemaschinen von ASML werden benötigt, um die fortgeschrittenen Chipprozesse herzustellen, die 6G-Hardware erfordert. Ohne ASMLs Technologie sind die Sub-3nm-Chips, die für 6G-Modems benötigt werden, nicht herstellbar.

Telekommunikationsunternehmen

Telekommunikationsbetreiber sind die Unternehmen, die 6G letztlich an Verbraucher und Unternehmen liefern werden. Viele Betreiber sind bereits aktiv an der 6G-Forschung beteiligt.

NTT DOCOMO (Japan)

Der japanische Betreiber ist einer der ambitioniertesten weltweit im Bereich 6G. NTT DOCOMO veröffentlichte 2022 ein Whitepaper mit einer detaillierten 6G-Vision und führt bereits Feldtests mit Terahertz-Übertragung durch. NTT DOCOMO demonstrierte 6G-Technologie als frühes Prototyp auf der Weltausstellung Expo 2025 in Osaka (April–Oktober 2025).

SK Telecom und KT Corporation (Südkorea)

Südkorea investiert über seine großen Betreiber Milliarden in 6G-Forschung und Entwicklung. SK Telecom arbeitet mit Samsung und Nokia an 6G-Testsystemen zusammen. Die koreanische Regierung hat 1,8 Milliarden Euro für die 6G-Entwicklung reserviert.

Deutsche Telekom, Vodafone und O2 (Deutschland)

Die deutschen Mobilfunkbetreiber sind über BMBF-Forschungsprojekte aktiv an der 6G-Forschung beteiligt. Die Deutsche Telekom betreibt über T-Mobile US und die T-Labs eines der größten 6G-Forschungsprogramme weltweit. Vodafone Deutschland profitiert von den globalen Forschungsaktivitäten der Vodafone Group. Mehr dazu auf unserer 6G Deutschland-Seite.

Techgiganten

Die großen Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley und darüber hinaus haben ein wachsendes Interesse an 6G, oft aus spezifischen Anwendungsbereichen heraus.

Apple

Apple arbeitet im Verborgenen an eigenen Modemchips und hat Patentanmeldungen eingereicht, die mit 6G-Technologien zusammenhängen. Das Unternehmen hat seit 2019 ein internes Modemteam aufgebaut, nach der Übernahme von Intels Modemsparte. Apples Interesse an Augmented Reality (über Vision Pro) macht 6G-Konnektivität besonders relevant.

Google und Meta

Google investiert in 6G über nicht-terrestrische Netzwerke und KI-getriebene Netzwerkoptimierung. Meta (Facebook) investiert in 6G aus der Metaverse-Vision heraus: Holografische Kommunikation und ultraniedrige Latenz sind entscheidend für immersive VR/AR-Erlebnisse.

Microsoft

Microsoft konzentriert sich auf die Cloud-Infrastruktur und das Edge Computing, die für 6G benötigt werden. Azure wird eine wichtige Rolle als Plattform für 6G-Netzwerkanwendungen spielen, ebenso wie es das für 5G tut.

Forschungseinrichtungen

Grundlagenforschung an Universitäten und Forschungsorganisationen legt die wissenschaftliche Basis für 6G.

Fraunhofer-Gesellschaft (Deutschland)

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist das Rückgrat der deutschen 6G-Forschung. Mit über 700 Millionen Euro BMBF-Förderung koordiniert Fraunhofer vier 6G-Forschungs-Hubs. Das Fraunhofer HHI in Berlin ist ein Weltmarktführer in optischer Kommunikationstechnologie.

TNO (Niederlande)

TNO ist die zentrale Stelle der niederländischen 6G-Forschung als Koordinator des Future Network Services-Konsortiums. Mit 203 Millionen Euro aus dem Nationaal Groeifonds und über 60 Partnern arbeitet TNO an der Kerninfrastruktur für künftige Netzwerke.

Universitäten

Dutzende Universitäten tragen zur 6G-Forschung bei. In Deutschland sind die TU Dresden, TU München, RWTH Aachen und das KIT die wichtigsten Akteure. International sind die Universität Oulu (Finnland) — die das erste 6G Flagship-Programm startete —, NYU und UC Berkeley (USA) sowie KAIST (Südkorea) führend.

Deutsche Unternehmen im 6G-Ökosystem

Deutschland verfügt über mehrere Schlüsselspieler, die einzigartige Beiträge zum weltweiten 6G-Ökosystem leisten:

Infineon Technologies

Infineon mit Hauptsitz in München ist einer der weltweit führenden Halbleiterhersteller. Das Unternehmen entwickelt Hochfrequenz-Bauelemente, Leistungselektronik und Sensorlösungen, die für 6G-Infrastruktur unverzichtbar sind. Infineon ist aktiv in BMBF-finanzierten 6G-Forschungsprojekten und bringt seine Expertise in Millimeterwellen- und Sub-Terahertz-Komponenten ein.

Rohde und Schwarz

Der Münchner Messtechnik-Weltmarktführer Rohde und Schwarz liefert die Prüf- und Messgeräte, mit denen neue 6G-Technologien entwickelt, getestet und validiert werden. Das Unternehmen ist an der Entwicklung von Testlösungen für Terahertz-Kommunikation und neue Wellenformen beteiligt und arbeitet eng mit Forschungseinrichtungen und Netzwerkausrüstern zusammen.

Startups und neue Akteure

Neben den etablierten Unternehmen gibt es diverse Startups und Scale-ups, die innovative 6G-Technologien entwickeln:

  • Pivotal Commware (USA) — Entwickelt holografische Beamforming-Technologie für Millimeterwellen- und Sub-Terahertz-Kommunikation.
  • Blu Wireless (UK) — Arbeitet an 60 GHz mmWave-Lösungen, die eine Brücke zu Terahertz bilden.
  • Greenerwave (Frankreich) — Pionier auf dem Gebiet der Reconfigurable Intelligent Surfaces (RIS).
  • DeepSig (USA) — Nutzt Deep Learning für Spektrumoptimierung, ein Kernbestandteil KI-nativer Netzwerke.
  • Movandi (USA) — Entwickelt 5G/6G-Beamforming-Antennen mit KI-Steuerung.

In 6G-Unternehmen investieren

Für Anleger, die von der 6G-Revolution profitieren möchten, gibt es mehrere Möglichkeiten. Börsennotierte Unternehmen wie Nokia (HEL: NOKIA), Ericsson (STO: ERIC-B), Qualcomm (NASDAQ: QCOM) und Samsung (KRX: 005930) bieten direkte Beteiligung an der 6G-Entwicklung. Der Defiance UFOX ETF (vormals SIXG, umbenannt April 2026) bietet gestreute Beteiligung an Unternehmen im 5G/6G-Sektor.

Lesen Sie mehr auf unserer ausführlichen 6G Aktien und Investieren-Seite.

Häufig gestellte Fragen

Welches Unternehmen ist bei der 6G-Entwicklung führend?

Samsung, Nokia, Ericsson und Huawei gehören zu den Spitzenreitern. Samsung führte 2021 den ersten erfolgreichen 6G-Terahertz-Test durch. Nokia und Ericsson investieren über ihre Bell Labs- und Research-Abteilungen stark in 6G-Forschung.

Sind deutsche Unternehmen an 6G beteiligt?

Ja, die Fraunhofer-Gesellschaft spielt eine zentrale Rolle in der europäischen 6G-Forschung. Darüber hinaus sind Infineon, Rohde und Schwarz, Deutsche Telekom, Vodafone Deutschland und zahlreiche weitere Unternehmen aktiv an der 6G-Forschung beteiligt.

Kann ich schon in 6G investieren?

Direkt in reine 6G-Unternehmen zu investieren ist noch nicht möglich, aber Sie können Aktien von Unternehmen kaufen, die stark in 6G-Forschung und Entwicklung investieren, wie Nokia, Qualcomm, Samsung und Ericsson. Es gibt auch einen 6G-bezogenen ETF: den Defiance UFOX (vormals SIXG, Tickerwechsel April 2026).