6G ist kein Marketing-Etikett. Es ist eine Neukonzeption dessen, wie ein Mobilfunknetz funktioniert: nicht nur schneller, sondern anders aufgebaut. Wir verfolgen die Entwicklung aufmerksam — nüchtern und mit Quellen.
Während 5G noch ausgerollt wird, arbeiten Forscher weltweit bereits an der sechsten Generation. Nicht als schneller-vom-Gleichen, sondern als grundlegende Neukonzeption dessen, was ein Mobilfunknetz eigentlich tut.
Die drei Verschiebungen, die zählen: KI‑native statt KI obendrauf, integrated sensing bei dem das Netz die Umgebung wahrnimmt, und sub‑Terahertz-Spektrum, das Laborgeschwindigkeiten von 1 Tbps ermöglicht. Die Feld-Realität liegt übrigens eine Größenordnung darunter.
Die Standardisierung durch 3GPP hat 2025 mit Release 20 (Studienphase) begonnen. Release 21 wird der erste vollständige 6G-Standard, erwartet um 2029. Kommerzielle Netze folgen ab 2030.
Spitzengeschwindigkeit (Labor, Ziel)
Rund hundertmal die heutige 5G‑Spitze — als Forschungsziel. Das ITU IMT‑2030 Framework nennt 50–200 Gbps als Beispielranges für die Spitzengeschwindigkeit. Verbraucher werden 1 Tbps in der Praxis nicht sehen. Der interessantere Parameter steht weiter unten in den Specs: eine Funklatenz unter 0,1 ms, was Reaktionszeiten ermöglicht, die 5G schlicht nicht erreicht.
Der kommerzielle Ausbau beginnt ab 2030. Bis dahin bauen Fraunhofer HHI, die Deutsche Telekom und die 6G-RIC-Partner Testfelder auf — und verhandeln Europäische Spektrum-Positionen, die 2027 ihren Höhepunkt erreichen.