Der Vergleich zwischen 6G und WiFi 7 taucht regelmäßig auf und wird durch den Begriff “6G WiFi” getrübt, den Router-Hersteller für Geräte verwenden, die das 6-GHz-Band unterstützen. Das ist kein 6G. Hier ordnen wir die tatsächlichen Unterschiede.

Verschiedene Ziele, verschiedene Orte

Das Wichtigste ist vielleicht das Grundlegendste: WLAN und Mobilfunknetze leisten nicht dieselbe Arbeit.

  • WiFi 7 (IEEE 802.11be) ist ein lokales Netzwerkprotokoll. Ihr Router zu Hause, im Büro oder im Café. Reichweite: Dutzende Meter. Eigenes Spektrum (2,4-, 5- und 6-GHz-Band, lizenzfrei).
  • 6G ist ein Weitverkehrs-Netzwerkprotokoll. Mobilfunk, deckt große Entfernungen ab. Reichweite: Hunderte Meter bis Kilometer je Basisstation. Lizenziertes Spektrum, von Netzbetreibern verwaltet.

Anders formuliert: WiFi 7 verbindet Ihr Smartphone mit Ihrem Router. 6G verbindet Ihren Router mit dem Internet — und Ihr Smartphone unterwegs.

Die Geschwindigkeits-Claims nebeneinander

WiFi 76G (Ziel)
Theoretischer Spitzenwert46 Gbps1 Tbps (1.000 Gbps)
Realistische Geschwindigkeit1–5 Gbps1–10 Gbps
Latenz<5 ms<0,1 ms (Funk)
Reichweite~30 m indoorHunderte Meter
Spektrum2,4 / 5 / 6 GHzsub-7 GHz bis sub-THz

Die theoretischen 46 Gbps von WiFi 7 sind ein hübscher Marketing-Wert, den Sie in der Praxis nie sehen — genau wie die 1 Tbps von 6G. Die realistische Nutzererfahrung liegt bei beiden unter günstigen Bedingungen bei 1–10 Gbps. Siehe auch unsere 6G-Geschwindigkeit-Seite für die Zahlen im Kontext.

Das 6-GHz-Spektrum: woher die Verwirrung kommt

Seit 2020 dürfen WLAN-Geräte das 6-GHz-Band nutzen (genannt WiFi 6E, in WiFi 7 erweitert). Manche Router-Hersteller verkaufen diese Geräte als “6G WiFi” — das klingt vermarktungsfreundlich, ist aber verwirrend. Es hat nichts mit 6G-Mobilfunknetzen zu tun.

Das 6-GHz-Band ist ein spezifischer Frequenzbereich (5,925–7,125 GHz). 6G-Mobilfunknetze werden ebenfalls Teile des sub-7-GHz-Spektrums nutzen, aber auch viel höhere Bänder (mmWave, sub-THz). Die beiden sind getrennt: WLAN arbeitet auf lizenzfreiem Spektrum, 6G auf lizenziertem.

Komplementär, nicht kompetitiv

Eine eingängige Erzählung ist “6G löst WLAN ab” oder “WiFi 7 macht 5G/6G überflüssig”. Beide stimmen nicht.

Die Zukunft ist, dass Ihre Geräte nahtlos zwischen 6G und WiFi 7 wechseln, abhängig davon, was für die jeweilige Aufgabe optimal ist. Ein Filmstream zu Hause läuft weiter über WiFi 7 (günstiger, energieeffizienter für das Gerät). Unterwegs auf dem Smartphone wechseln Sie auf 6G. Für Enterprise-Anwendungen wie eine Fertigungshalle können private 5G/6G-Netze neben WiFi 7 laufen, jeweils für andere Zwecke.

Wo 6G etwas liefert, das WiFi 7 nicht kann

Manche Anwendungen erfordern explizit das, was nur Mobilfunk leisten kann:

  • Mobilität — ein Auto, das mit 130 km/h über die Autobahn fährt, kann unmöglich zwischen WiFi-7-Zellen springen, aber zwischen 6G-Zellen schon.
  • Integrated Sensing — die Sensing-Funktionalität von 6G (ISAC) benötigt eine flächendeckende Netzinfrastruktur, die WiFi 7 nicht bietet.
  • Massive Gerätedichte — 6G zielt auf 10 Millionen Geräte pro km², weit jenseits von WLAN-Territorium.
  • Ultraniedrige Latenz aus der Ferne — Fernchirurgie oder autonome Fahrzeuge erfordern einen garantiert kurzen Ende-zu-Ende-Pfad, den nur ein kontrolliertes Mobilfunknetz bieten kann.

Zum Schluss

WiFi 7 ist ein Upgrade eines Protokolls, das seit 25 Jahren existiert, mit Fokus auf lokale Geschwindigkeit. 6G ist die nächste Generation der Mobilfunknetze, mit Fokus auf flächendeckende Versorgung, Mobilität und neue Netzfunktionalität. Wer schnellere Heim-WLANs sucht: WiFi 7 ist hier. Wer auf zelluläres 6G wartet: noch fünf Jahre Geduld.